Der Weiße Schöps ist ein östlicher Zufluss des Schwarzen Schöps im sächsischen Landkreis Görlitz. Am nördlichen Rand des Tagebaus wurde er vor 20 Jahren vollständig kanalisiert. Das war das Ergebnis einer ersten Flussverlegung. Mit der Wiederaufnahme der Förderung im Tagebau Reichwalde ist nun eine Fortsetzung der Flussverlegung geplant, da der Tagebau ab 2015 in das Nordfeld des Tagebaus einschwenken wird. Aus diesem Grund wird eine erneute Verlegung des Weißen Schöps bis Ende 2014 notwendig.
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Mittwoch, 4. Dezember 2013

Der Schenkteich in Hammerstadt

Wie schon angekündigt informieren wir Sie heute über die Errichtung des Schenkteichs in Hammerstadt. Vielen Dank an Frau Ute John vom Baubüro der Schöpsbaustelle für die Bereitstellung des Artikels.

Für die durch die Weiterführung des Tagebaus Reichwalde in Anspruch genommenen Teiche werden Ersatz- und Ausgleichmaßnahmen realisiert bzw. sind bereits abgeschlossen. Eine bereits fertig gestellte  Baumaßnahme ist die Herstellung der drei neuen Fischteiche östlich der Hammerstädter Teichgruppe mit einer Gesamtfläche von 29,4 ha. Des Weiteren ist die Errichtung des Schenkteiches, als Naturteich, unmittelbar westlich der Ortslage Hammerstadt geplant.

Zur Geschichte:

Bereits 1612 erfolgte die erste Erwähnung der Hammerstädter Teiche .Sie gehörten zum Grundeigentum der Herrschaft Kreba .Ein Teil der Teiche wurde nach dem Konkurs des Freiherrn von Schlotheim in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt. Die Namen dieser Teiche waren u.a. Mittelteich, Groß-Wieseteich und Schenkteich. Frau Gerda Hilke, Bewohnerin von Hammerstadt, kann sich gut an ihre Kindheit und an die Arbeiten zur Herstellung der Felder in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft erinnern. Heute wird fast an gleicher Stelle der neue Schenkteich angelegt.
Hammerstädter Teiche 1888 mit Ergänzungen 1919

 

Der ,,neue“ Schenkteich

Die geplante Größe des Teiches ist 1,65 ha. Der Teich hat eine Anbindung an das Grundwasser und der zukünftige Wasserstand schwankt zwischen ca. 3,6 -4,4 m und unterscheidet sich dadurch wesentlich von den Fischteichen. Neben dem Grundwasseranschluss wird als Zulauf der Dorfgraben Hammerstadt in den Schenkteich eingebunden, zur weiteren Wasserversorgung gibt es eine Einspeisung über den Weißen Schöps. Mit der Errichtung eines Teichständers kann der Auslauf über den Teichableiter  in die Neubaustrecke des Weißen Schöps gesteuert werden.
Übersichtsplan Schenkteich

Das Wegekonzept

Entlang des Hochwasserschutzdeiches und auf der gegenüberliegenden Seite des Teiches schlängelt sich ein Fußweg. Dieser hat eine Anbindung an den Radweg und an die Straße „Am Schöps“.

So besteht nach Fertigstellung der Maßnahme die Möglichkeit den Schenkteich zu Fuß oder mit dem Rad zu umrunden. Durch die Wegeführung ist der Anschluss an den späteren Wolfsradweg im Bereich der Brücke „Am Schöps“ gegeben. 
1 Radweg - 2 Fußweg - 3 Feldweg - 4 Auslauf Mulde - 5 Zufahrt - 6 BE

Bepflanzungen

Zur Aufwertung der Flächen werden verschiedene Pflanzmaßnahmen durchgeführt. Die Bepflanzungen werden in erster Linie im unmittelbaren Teichbereich sowie an den angrenzenden Flächen des Radweges realisiert. Die speziellen Flachwasserbereiche mit einem gut ausgebildeten Röhrichtbestand übernehmen dann auch eine wichtige Filterfunktion im Teich.

Der Bereich des Radweges soll mit Einzelbäumen, Hecken und einer Obstbaumreihe gesäumt werden.
Hammerstadt aus der Vogelperspektive im Juni 2013


Insgesamt wird sich der Schenkteich  in seiner natürlichen Bauweise in die Hammerstädter Teichlandschaft  einfügen. Naturliebhaber, Erholungssuchende, Radfahrer und Spaziergänger lernen hier ein neues Ausflugsziel in der Gemeinde Rietschen kennen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Auch unser nächster Artikel wird wieder spannend.
Eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour-Team in Rietschen

Donnerstag, 25. Juli 2013

Die Informationspunkte entlang des Weißen Schöps

Die Information ist bei der Flussverlegung ein wichtiges Anliegen. So werden im Zuge der Baumaßnahme interessante Informationspunkte und Rastplätze entlang des Weißen Schöps geschaffen, die später in die verschiedenen Wegekonzepte integriert werden. Heute möchten wir Sie auf eine kleine Reise entlang des Weißen Schöps mitnehmen und drei bereits zum Teil fertig gestellte Informationspunkte vorstellen. Vielen Dank an Frau Corina Fiskal von Vattenfall Europe Mining AG für die Unterstützung bei den Artikeln.

Wir beginnen im Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet im Nordosten unserer Region.  Idyllisch gelegen für Radfahrer und Wanderer befindet sich die Schutzhütte direkt zwischen den Hammerstädter Teichen. Hier werden derzeitig mit alten Aufnahmen historische Einblicke in die Geschichte der Teiche gegeben. Erstmalig urkundlich erwähnt wurden diese Teiche bereits vor 400 Jahren. Mehr Informationen zu den Hammerstädter Teichen können Sie gerne in unserem Archiv Anfang Februar 2013 nachlesen. 
 
Heute erfolgt die Bewirtschaftung durch die Fischzucht Rietschen GmbH. Weitere Tafeln sind im Entstehen und werden dann die Verknüpfung zwischen den Alt- und Neuteichen herstellen. Die ab September zugängliche „Karpfentour“ entlang der dann fertig gestellten Teichgruppe wird sicherlich ein Anziehungspunkt.

Schutzhütte an den Hammerstädter Teichen Foto: Kathrin Kambor
 
Schwanenpärchen mit seinem Nachwuchs Foto: Kathrin Kambor

Unsere Reise führt uns nun in den kleinen Ort Altliebel, durch den der Weiße Schöps einmal fließen wird.
 
Beim Abriss des Gehöftes der Familie Kürschner wurde eine Lehmwand erhalten, die nun als Insektenhotel dient. Neben Informationen über das Gehöft der Familie und dem Insektenhotel erhalten die Besucher auch Lehrreiches über den Artenreichtum in einem ökologischen Garten. Da dieser Informationspunkt an der Strecke des Wolfsweges liegt, erfahren Besucher auch Interessantes über Spuren im Revier. Kinder können sich auf dem neugebauten Spielplatz austoben.

Schutzhütte am Insektenhotel Foto: Kathrin Kambor
Brunnen nach historischem Vorbild, im Hintergrund die erhaltene Lehmwand als Insektenhotel, Foto: Kathrin Kambor

Im Juni 2013 neu erbauter Spielplatz, Foto: Kathrin Kambor





Weiter geht es nun in den sogenannten 3. Bauabschnitt zwischen Altliebel und Reichwalde. Direkt an der Furt, über die wir im Juni berichteten, entstand hier der dritte Informationspunkt mit Schutzhütte. Eine Informationstafel über die Funktionsweise und den Bau der Furt ist im Juli aufgestellt worden. Eine Zweite wird später über die Lebewesen im Wasser berichten.

 Schutzhütte an der Furt bei Reichwalde, Foto: Kathrin Kambor

Blick in die Schutzhütte an der Furt, Foto: Kathrin Kambor







Vielleicht haben Sie ja nun Lust auf eine Radtour oder Wanderung bekommen und begeben sich auf eine Informationstour entlang des Weißen Schöps. Vieles hat noch Baustellencharakter, aber in einigen Bereichen beginnt die Natur Regie zu führen.

Im Jahr 2013 werden drei weitere Informationspunkte mit unterschiedlichen Themen entstehen. Einer im Bereich der neuen Mündungsstelle Weißer Schöps in den Schwarzen Schöps, eine Infotafel in der Ortslage Kringelsdorf und ein neuer Rastplatz mit Schutzhütte am Schlauchwehr in Kringelsdorf.

Auch in der nächsten Woche erwartet Sie wieder ein interessanter Artikel. Bleiben Sie weiterhin neugierig.

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour -Team in Rietschen

Freitag, 5. Juli 2013

Die Neugestaltung des Neuliebeler Dorfteiches

In dieser Woche möchten wir Sie über die Neugestaltung des Neuliebeler Dorfteiches informieren. Wir bedanken uns bei Herrn Noack und Frau Vetter von der Firma Garten Eden für die gute Zusammenarbeit bei der Erstellung des Artikels.

Der Neuliebeler Dorfteich befindet sich direkt an der S131, welche den Ort durchquert. Durch den Wolfsradweg, der durch Neuliebel führt, gilt der Teich auch als Begegnungsstätte im Dorf. Darüber hinaus wird der Teich als Löschwasserentnahmestelle genutzt.

Die Bewohner von Neuliebel und die zuständige Freiwillige Feuerwehr stellten im November 2007 eine Anfrage an die Vattenfall Europe Mining AG wie der Zustand des Dorfteiches – insbesondere die Wasserversorgung – verbessert werden kann.
Die Untersuchungen durch das Ingenieurbüro Tief- und Landschaftsbau GmbH Weißkeißel (ITL) ergaben u.a., dass aufgrund der Höhenverhältnisse bei der Trassenführung des Weißen Schöps keine Speisemöglichkeit des Dorfteiches gegeben ist.

Ziel der Sanierung war die Ertüchtigung des Dorfteiches, eine Löschwasserbereitstellung vor der Schöpsumverlegung sicher zu stellen und mit all diesen Maßnahmen das Ortsbild von Neuliebel zu verbessern. Aber auch der ungehinderte Abfluss bei Starkniederschlägen wurde in das Maßnahmepaket aufgenommen. Die Teichsanierung wurde von der Firma Garten Eden aus Schleife ausgeführt.
 
Neugestaltung Teich Neuliebel im November 2012, Foto: Kathrin Kambor

Als naturnahe und ökonomische Variante wurde die Abdichtung mit geosynthetischen Tondichtungsbahnen (nachfolgend GTD) ausgewählt.
 
In Zusammenarbeit mit der Fischzucht GmbH Tusche erfolgten das Ablassen und Abfischen des Dorfteiches. Der Teich musste mindestens eine Woche ohne Wasser verbleiben, so hatten Amphibien und Insektenlarven vor Beginn der Baumaßnahme die Möglichkeit zur Abwanderung.

Der Schilfbestand wurde gemäht und entnommen. Pflanzen die für eine Wiederverwendung vorgesehen waren, wurden während der Bauzeit zwischengelagert. Dies sind nur einige von der Vielzahl der Maßnahmen der Abdichtung des Teiches.

Bauphase am Teich Neuliebel, Foto: Firma Garten Eden

Nach den Trockenlegungsarbeiten der Baufläche wurden vor dem maschinellen Einsatz alle Bäume der Uferlinie mit einem Baumschutz ausgestattet. Der abgelagerte Teichschlamm wurde abgetragen. Vor dem Aufbringen der GTD wurde der Baugrund mit einer Sauberkeitsschicht, bestehend aus weitgestuften Sand 0/8 verdichtet. Mit der Gewebeseite auf die wasserabgewandte Seite wurden die Tondichtungsbahnen faltenfrei mittels Traverse auf das vorbereitete Planum verlegt.

Nach der vollständigen Abdichtung des Gewässers wurde vor dem Wiederbespannen des Dorfteiches eine Bodenlastaufschüttung von ca. 30 cm Dicke aus Kies-Sand-Gemisch 2/16 aufgebracht. Der natürliche Wasserspiegel wird sich durch den Zulauf aus dem südlichen Grabensystem, der Straßenentwässerung und den Grundstücksentwässerungen einstellen.[1]

Dorfteich in Neuliebel mit neuer Schutzhütte, erbaut von der Firma Miethe-Bau GmbH und neuer Entenvilla, gesponsert von der Tusche Fischzucht Rietschen GmbH, Foto: Kathrin Kambor

Der "neue" Teich bekam pünktlich zum geplanten Feuerwehrfest im Juni 2013 eine neue und größere Schutzhütte, erbaut von der Firma Miethe-Bau GmbH.

Bei diesem Fest feierten die Neuliebeler Bewohner und die Freiwillige Feuerwehr auch die Eröffnung des neugestalteten Dorfteiches. Viele Gratulanten waren zu Gast, selbst Neptun und sein Gefolge sprachen Glückwünsche aus. Großen Spaß hatten die Kinder beim Schlauchboot fahren.

Lustige Paddeltour am Tag der Eröffnung, Foto: Corina Fiskal

Auch unser nächster Artikel wird für Sie wieder interessant sein. Bleiben Sie weiterhin neugierig.

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour-Team in Rietschen


[1]Info aus der  Baubeschreibung-Ausführungsplan ITL-Ingenieurbüro für Tief- und Landschaftsbau Weißkeißel

Montag, 3. Juni 2013

Die Furt über dem Weißen Schöps

In dieser Woche bleiben wir noch im 3. Bauabschnitt und werfen einen Blick auf den  Bau der Furt in diesem Bereich. Wir bedanken uns bei Herrn Schmeier von der Planungsgesellschaft Scholz & Lewis mbH Dresden für die Bereitstellung des Artikels und der Fotos.

Im Rahmen der Planung für die Umverlegung des Weißen Schöps zwischen Rietschen und Reichwalde wurde geprüft, inwieweit es erforderlich ist, die vorhandenen Wegebeziehungen aufrecht zu erhalten. Insgesamt werden in dem Bauvorhaben sieben Straßen- und Wegebrücken, eine Fuß- und Radwegebrücke und zwei Furten im Bereich öffentlicher Straßen errichtet.
 
Die Furt über den Weißen Schöps aus der Vogelperspektive im Oktober 2012

An die neue Gewässerstrecke des Weißen Schöps, die gewollt naturnah und –angepasst konzipiert wurde, stellen Brücken als technisch geprägtes Bauwerk insbesondere im Wald ein landschaftsuntypisches Element dar. Eine Furt ist die älteste bebaute Möglichkeit der Querung eines Flusses und gleichzeitig auch oft natürlich an Flüssen vorhanden. In solchen Bereichen am Weißen Schöps, in welchen vorhandene Wirtschafts- bzw. Forstwege die neue Gewässertrasse kreuzen, wurde daher wieder die alt bekannte Furt als Alternative zum Brückenbauwerk bezüglich ihrer Eignung geprüft. Dabei waren folgende Randbedingungen für die Nutzung der Gewässerquerung zu beachten:

  • Eine maximale Wattiefe von 30 cm sollte aus Sicht des Unterhaltungspflichtigen für den Fluss bei mittlerem Abfluss nicht überschritten werden.

  • Im Winter mit längeren Frostperioden soll die gegebenenfalls eintretende Vereisung des Flusses an der Querungsstelle nicht zu Aufstauerscheinungen mit Überschwemmungsgefahr für die Oberlieger am Fluss einhergehen.

  • Die ökologische Durchgängigkeit für den Fluss (die Möglichkeit, dass im Gewässer lebende Tiere die Querungsstelle passieren können) ist auch an Tagen mit geringer Wasserführung sicher zu stellen.

Als Lösung für die erwähnten Forderungen wurde als Gewässerquerung eine Kombination aus herkömmlicher Furt mit seitlich angeordnetem Durchlass geschaffen.

Eingebrachtes Sohlsubstrat, Hinterfüllung des Durchlasses und Pfahlreihe zur Kolksicherung

Herstellen der fundamentlosen Gründung des aus einzelnen Stahlplatten zusammengesetzten Maulprofils; die Stahlplatten sind feuerverzinkt und mit einer Epoxidharzbeschichtung versehen
 

Pflasterung des Einlaufbereiches und der Böschung des Wegdammes zur Gewährleistung der Erosionssicherheit


Längsschnitt durch den Wegdamm mit Wasserständen entsprechend ihrer statistisch auftretenden Häufigkeit (Gelände vierfachüberhöht und der Durchlass in Höhe und Breite vierfach skaliert
Der Wegdamm über dem Durchlass wurde soweit abgesenkt, dass ein Hochwasser, das statistisch gesehen einmal im Jahr auftritt, mit einer Wassertiefe von 20 cm über der niedrigsten Stelle des Dammes abfließt. Aufgrund der starken Absenkung des Wegdammes führt dieser auch bei größeren Hochwasserabflüssen zu keinem nennenswerten Anstieg des Wasserspiegels im Weißen Schöps. Bei mittlerem Abfluss und in Niedrigwasserzeiten erfolgt der Abfluss vollständig durch den Durchlass.

Somit ist eine Querung des Weißen Schöps nicht nur bis zum Mittelwasserabfluss sondern an ca. 50 Wochen im Jahr und das auch noch trockenen Fußes möglich. Der Durchlass und der Damm sind dabei so konzipiert, dass sie auch mit schwerer Technik (Feuerwehr, Forstfahrzeuge u.a.) überfahren werden können. Im Uferbereich wurden Stubben eingebaut, die z.B. später als Fischunterstand dienen.
 
Querung über den Weißen Schöps im Mai 2013 Foto: Kathrin Kambor
 
Die Furt kann als Verbindung für die beiden Wegenetze des Seeadler- und des Wolfsradwegs genutzt werden. Eine vorhandene Schutzhütte mit Informationstafel lädt Radfahrer und Wanderer zum Verweilen ein.
 
Blick auf die Schutzhütte an der Furt im Mai 2013 Foto: Kathrin Kambor

Im Bereich des Neubauabschnittes ist eine Furt als Kreuzung des Waldweges in derselben Bauweise vorgesehen. 

Ein Bewohner der Furt im Mai 2013 Foto: Kathrin Kambor






In der nächsten Woche möchten wir Sie zu unserem Bergfest einladen. Bleiben Sie weiterhin neugierig. 

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour-Team in Rietschen