Der Weiße Schöps ist ein östlicher Zufluss des Schwarzen Schöps im sächsischen Landkreis Görlitz. Am nördlichen Rand des Tagebaus wurde er vor 20 Jahren vollständig kanalisiert. Das war das Ergebnis einer ersten Flussverlegung. Mit der Wiederaufnahme der Förderung im Tagebau Reichwalde ist nun eine Fortsetzung der Flussverlegung geplant, da der Tagebau ab 2015 in das Nordfeld des Tagebaus einschwenken wird. Aus diesem Grund wird eine erneute Verlegung des Weißen Schöps bis Ende 2014 notwendig.
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Mittwoch, 15. Januar 2014

Die Begrünung nach dem Gewässerumbau

Liebe Blogleser, als erstes möchten wir Ihnen noch ein gesundes neues Jahr wünschen, bevor wir Ihnen unseren ersten Artikel im neuen Jahr vorstellen. Dabei handelt es sich um das Thema der Begrünung nach dem Gewässerumbau am Weißen und Schwarzen Schöps. Herr Jürgen Scheuermann von der iKD Ingenieur Consult GmbH in Dresden, welcher für die ökologische Baubegleitung verantwortlich ist, hat uns diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. Dafür  möchten wir uns recht herzlich bei Ihm bedanken.

Sobald die Bauarbeiten in einem Bauabschnitt beendet sind, beginnt die Begrünung.

Die Begrünung kann durch das Abwarten der sogenannten Sukzession, d.h. einem „Sich-Selbst-Überlassen“ der Flächen erfolgen. Durch Sameneintrag aus der Umgebung mit Hilfe von Wind, Wasser und Tieren siedeln sich Pflanzen selbstständig an. Das beginnt mit den Pionierpflanzen. Besonders an feuchten Stellen sind schnell Froschlöffel, Flatter-Binse, Zarte Binse und Zwiebel-Binse zu entdecken. Schon nach einem Jahr werden die Binsen sukzessive durch Seggen, Gräser, Schilf und andere Hochstauden ersetzt. In der Nähe von vorhandenen Schwarz-Erlen ist ein Erlen-Jungaufwuchs zu beobachten. Länger dauert eine Selbstbesiedelung auf den ausgesprochen trockenen Flächen. Dort sind teilweise nur Kiefer-Sämlinge anzutreffen.

Binsen als Erstbesiedler im Rahmen der Sukzession im Neubauabschnitt

Neben einer Begrünung zum Nulltarif hat die Sukzession den Vorteil, dass die wachsenden Pflanzen heimischen Ursprungs sind und sich selber ihren richtigen Standort suchen. Allerdings kann auf noch nicht begrünten, geneigten Flächen Erosion auftreten. Zu bedenken ist ebenfalls, dass das künftige Fließgewässer bei Hochwasser Erosionen an den Ufern verursachen kann, die im Bereich des Unterhaltungsweges und von Bebauungen nicht gewollt sind. Darüber hinaus können insbesondere in den Anfangsstadien der Sukzession auf die noch kahlen Stellen unerwünschte Neophyten konkurrenzlos einwandern, deren Bekämpfung dann sehr schwierig wird. Deshalb wird das neue Gewässer nach Ende der Baumaßnahmen vorwiegend aktiv begrünt.

Hierzu werden die Gewässerböschungen ab Mittelwasser-Niveau mit einer Gräser-Kräuter-Saatgutmischung angesät. Zur schnellen Begrünung von stark geneigten, erosionsgefährdeten Böschungen wird dem Saatgut auch teilweise sogenanntes Ammensaatgut beigemischt. Dabei handelt es sich um schnell keimende und wachsende Gräser-/Getreidearten wie Roggen-Trespe oder Triticale. Diese Pflanzen schaffen einen kurzfristigen Schutz der Böschungsoberfläche vor Erosion und Austrocknen. Die eigentlich gewollten Pflanzen können im Schutz der Ammenpflanzen heranwachsen. Auf Deichen werden zusätzlich Erosionsschutzmatten aufgenagelt.

Erosionsschutzmatten am Ostergraben in Werda

Der Gewässerlauf wird beginnend am Mittelwasser-Niveau mit Gehölzen der Weichholz-Aue (Schwarz-Erle, Weiden) bepflanzt. Ziel ist eine Beschattung des neuen Flusses. Auf den höher gelegenen Flächen, die ein Hochwasser nur selten oder nie erreicht, werden Gehölze der Hartholz-Aue (Ulmen, Stiel-Eiche, Eber-Esche, Haselnuss, Pfaffenhütchen, etc.) gepflanzt.

Pflanzung von Eichen auf die Böschung des Neuabschnittes

Bei den 2012 begrünten Abschnitten war 2013 eine ausgiebige Verdichtung des Bewuchses festzustellen. Invasive krautige Neophyten treten in den fertig gestellten Gewässerabschnitten noch nicht auf. Ihr Einwandern ist nach Inbetriebnahme des Gewässers jedoch zu erwarten. Umso wichtiger ist die schnelle Etablierung einer standortgerechten einheimischen Vegetation, was u.a, auch durch das Umsetzen von Röhricht-Soden erfolgt.

Umsetzung von Röhrichtpflanzen zur schnellen Besiedlung des neues Gewässerufers mit einheimischen Pflanzen

Als sehr günstig hat sich das Belassen einzelner Gehölzgruppen außerhalb des Mittelwasserprofils erwiesen. Von hier aus und aus den im Boden vorhandenen Samen erfolgt erkennbar eine zügige Wiederbesiedlung des umgestalteten Gewässers.

Röhricht-Matten an den feuchten Böschungen des Neubauabschnittes schützen vor Hangerosion

Im Neubauabschnitt, wo lange Böschungen der Erosion Angriffspunkte bieten und an Schichtgrenzen zum Teil starke Wasseraustritte zu verzeichnen waren, wurden angepasst an die jeweilige Situation Röhrricht-Vegetationsmatten eingebaut. Hier konnte ein schnelles Anwachsen beobachtet werden. Des Weiteren erfolgte eine gezielte Mahdgutübertragung, aber auch die Ausweisung von Sukzessionsflächen.

Die Begrünung erfolgt generell ausschließlich mit autochthonem Saat- und Pflanzgut.

Nach einem Jahr sind die Erlen bereits stark gewachsen und eine Grundbegrünung des Gewässers ist vorhanden

In unserem nächsten Artikel wird es um die neue Kreislaufanlage der Fischzucht-Rietschen gehen. Bleiben Sie wie immer neugierig! 

Ihr ArTour-Team in Rietschen

Freitag, 22. November 2013

Die Fertigstellung der Wehranlage in Kringelsdorf

Innerhalb der Gesamtbaumaßnahme "Umverlegung Weißer Schöps"  wurde in dieser Woche ein weiteres Baulos fertig gestellt. Hierbei handelt es sich um den Ersatzneubau des alten Wehres in der Ortslage Kringelsdorf. Einen ausführlichen Artikel über die Wehranlage finden Sie in unserem Archiv vom  Februar diesen Jahres.

Das alte Wehr in Kringelsdorf

Das ursprünglich vorhandene Wehr wurde 1957 als Ersatz für das „Rote Wehr“ gebaut. Dieses befand sich ca. 200 m oberhalb der jetzigen Wehranlage am Einlauf zum Mühlgraben und wurde durch Kriegseinwirkungen zerstört.
 
Altes Wehr in Kringelsdorf







Die Landestalsperrenverwaltung ist zuständig für die Unterhaltung und den Betrieb der Wehranlage Kringelsdorf. Auf der Grundlage der Hochwasserschutzkonzeption für den Schwarzen Schöps wurde bereits 2005 die mangelhafte Funktionstüchtigkeit und Konstruktion sowie die Gefahr durch Verklausung oder Eisversatz aufgrund der 10 Einzelfelder festgestellt. Ein Umbau der Wehranlage war deshalb notwendig.

Das Wehr Kringelsdorf liegt im Baubereich der durch VEM geplanten Maßnahme „Ausbau und Umverlegung Weißer Schöps“. Der Ersatzneubau der Wehranlage erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Vattenfall und der Landestalsperrenverwaltung. Die Landestalsperrenverwaltung trägt die Baukosten zum Ersatzneubau der Wehranlage.

Der Ersatzneubau der Wehranlage Kringelsdorf

Die Stauhaltung ist für das FFH-Gebiet „Schwarzer Schöps unterhalb Reichwalde“ und insbesondere für das sich oberhalb der Wehranlage befindliche Biotop von Bedeutung. Das Wehr dient der Speisung des Mühlgrabens sowie für weitere Gewässerbenutzungen.


Bauausführung Wehr Kringelsdorf durch die Firma Baucom Bautzen








Parallel zum neuen Wehr wurde eine Fischaufstiegsanlage errichtet. Diese ermöglicht die ökologische Durchgängigkeit, d.h. die barrierefreie Wanderung von Fischen und wirbellosen Kleintieren.
 

Fischaufstiegstreppe Wehr Kringelsdorf Foto: Kathrin Kambor








Der Ersatzneubau der Wehranlage ist Teil des Los 12 – Ingenieurbauwerke Kringelsdorf. Die Bauarbeiten begannen im Juni 2012 mit dem Rückbau der alten Wehranlage. Während der Bauzeit wurde der Schwarze Schöps um das Baufeld herum geleitet. Die Inbetriebnahme der neuen Wehranlage erfolgte im November 2013.


Erklärungen zum Wehr durch Herrn Steinmüller von der LTV Foto: Kathrin Kambor



Neue Wehranlage in Kringelsdorf  Foto: Kathrin Kambor


Neue Schutzhütte an der Wehranlage Kringelsdorf Foto: Kathrin: Kambor







In unserem nächsten Artikel möchten wir Sie über den Schenkteich, der im Ortsteil Hammerstadt entsteht informieren. Bleiben Sie weiterhin neugierig.
 
Ihre Kathrin Kambor von der ArTour GmbH in Rietschen

Montag, 11. November 2013

Die Raklitza und der Jungferngraben

Heute informieren wir Sie über die Raklitza und den Jungferngraben, die Ersatzneubauten der Brücken und den Heideweg.
Vielen Dank an Janette Meinck von Vattenfall für die Überarbeitung des Artikels.

Der Abschnitt IV Raklitza, Weißer Schöps 1. und 2. BA

Derzeit verläuft der Weiße Schöps zwischen der Gemeinde Rietschen und der Mündung in den Schwarzen Schöps auf einer Länge von ca. 13 km in einem künstlichen Gewässerbett.

Das Baulos 4 beinhaltet Leistungen zum Rückbau des Gewässerbettes und Deichen sowie Leistungen zur Wiederanbindung der Raklitza einschließlich aller notwendigen Bauwerke.
Nach der Anbindung des Weißen Schöps an den Altlauf erfolgt eine komplette Renaturierung durch die Anlage von Stillgewässern und Aufforstungsflächen.
 
Künstliches Gewässerbett Weißer Schöps Foto: Kathrin Kambor
Die Gesamtmaßnahme beginnt ab November 2013 mit den Arbeiten zur Ertüchtigung des Teichableiters der Rietschener Teiche und wird bis 2015 andauern.

Die Raklitza und der Jungferngraben

In diesem Bauabschnitt befindet sich das Spundwandwehr Raklitza und der Schöpsdüker für den Jungferngraben.
Die Stauanlage wurde errichtet, um eine Speisung der Hammerstädter Teichgruppe zu gewährleisten. Weiterhin dient sie der Überwindung des Sohlesprunges Raklitza in den Weißen Schöps.
Spundwandwehr Raklitza Foto: Kathrin Kambor
Mündung Racklitza in den Weißen Schöps Foto: Kathrin Kambor
Das Spundwandwehr an der Raklitza unmittelbar vor der Einmündung in den Weißen Schöps wird zurückgebaut und durch eine Sohlengleite ersetzt. Damit wird die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers wiederhergestellt. Das derzeitige Stauziel ist zu erhalten, um die Bespannung der Hammerstädter Teiche über den Jungferngraben sicherzustellen.
Nach Außerbetriebnahme und Trockenlegung des derzeitigen Gewässerbettes des Weißen Schöps kann der Anschluss der neu gebauten Sohlengleite an den Unterlauf der Raklitza erfolgen. Auf ca. 160 m Länge wird hier ein neues Gewässerbett mit variierender Struktur gebaut.

Der ca. 300 m westlich des Wehres Raklitza gelegene Schöpsdüker des Jungferngrabens ist mit der Stilllegung des 2. BA nicht mehr erforderlich und wird einschließlich Auslaufbauwerk zurückgebaut und durch ein offenes Gerinne ersetzt.
Das bestehende Einlaufbauwerk mit seinen Regelungs- und Verschlussfunktionen für die Beaufschlagung bzw. Absperrung des Jungferngrabens bleibt erhalten.
Im Anschluss an das Einlaufbauwerk wird ein ca. 4 m langer Rohrstrang des Dükers als Durchlass belassen, um in diesem Bereich die Zugänglichkeit zur östlichen Seite des Einlaufbauwerkes sicherzustellen.
 
Racklitza Foto: Ute John
Der Teichableiter der Rietschener Teiche, der derzeit über einen Durchlass unmittelbar in den Weißen Schöps einmündet, wird seiner ursprünglichen Trasse folgend nach wieder an die Raklitza angeschlossen. Das noch vorhandene Profil wird auf einer Länge von ca. 500m ertüchtigt.

Die ebenfalls in den Weißen Schöps einmündende Entwässerungsleitung der Hammerlache wird über eine neue Rohrleitung direkt auf den Ostergraben eingebunden.

Es entstehen 3 neue Brücken

Als Ersatzneubau für die baufällige Brücke Raklitzaweg wird eine Aluminiumfachwerktrogbrücke mit einer Breite von 2,50 m als Fuß- und Radwegeverbindung errichtet.

Weiterhin entstehen zwei neue Wirtschaftswegebrücken. Eine davon am Teichweg wo sich derzeitig nur ein Durchlass befindet, der für die Wassermengen der neu angeschlossen Raklitza nicht ausreichend dimensioniert ist. Eine weitere 3,5 m breite Wirtschaftswegebrücke entsteht am Heideweg.


Der Heideweg

Die als Baustraße verwendete Plattenstraße des Heideweges wird nach Abschluss aller anderen Bauarbeiten von der Kläranlage aus bis zur Dichtwandtrasse ca. 1700 m komplett neu gebaut. Die Betonplatten werden durch einen Wegeaufbau mit sandgeschlämmter Schotterdecke auf Schottertragschicht ersetzt. Es wird eine neue Betriebszufahrt zum linken Ufer der Sohlengleite geschaffen. Darüber hinaus wird vom Heideweg aus ein neuer Verbindungsweg zum vorhandenen Weg nördlich der Raklitza und damit zum rechten Ufer der Sohlengleite gebaut.

Der nächste Artikel hält Informationen über die fertig gestellte Wehranlage in Kringelsdorf für Sie bereit. Bleiben Sie weiterhin neugierig.

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour-Team in Rietschen.

Freitag, 9. August 2013

Die Firmen am Weißen Schöps (Teil 2)

In unserer Reihe über Firmen die für das Projekt „Umverlegung des Weißen Schöps“ tätig sind, stellen wir Ihnen heute die Firma BauCom Bautzen GmbH vor.
Vielen Dank an den Geschäftsführer Herrn Zetsch und Frau Hartig für die gute Zusammenarbeit bei der Erstellung des Artikels.

2. Die BauCom Bautzen GmbH

Die BauCom Bautzen GmbH, mit ca. 140 Beschäftigten, ist ein im Tief- und Spezialtiefbau tätiges Bauunternehmen mit Standort Bautzen und wird durch Herrn Roland Zetsch als Geschäftsführer und Herrn Hans-Dirk Heuer als Prokurist vertreten.

Die Firma BauCom Bautzen GmbH wurde am 15. Juni 1990 in Kamenz mit Beginn der Arbeitsaufnahme für den Bereich Tief- und Straßenbau ins Leben gerufen.

Am 30. April 1997 bezog die BauCom Bautzen GmbH ihren eigenen Firmensitz im neu erbauten Verwaltungsgebäude in Bautzen und beschäftigt ca. 140 Mitarbeiter.
Die BauCom Bautzen GmbH verfügt über ein eigenes Fuhrpark- und Transportunternehmen mit hochwertiger Technik.
Die Leistungen der BauCom Bautzen GmbH umfassen: Rohbau, Erdbau, Entwässerung, Leitungsbau, Spezialtiefbauarbeiten, Landschaftsbau, Ingenieurbau, Starßen- und Wegebau, Wasserbau, Umweltschutz.

Beim Projekt „Umverlegung des Weißen Schöps“ ist die BauCom Bautzen GmbH für die Ertüchtigung des Schwarzen Schöps und das Ingenieurbauwerk (neues Wehr) in Kringelsdorf im Einsatz.















Auch der nächste Artikel wird wieder interessant sein. Bleiben sie weiterhin neugierig.

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour - Team in Rietschen

Donnerstag, 25. Juli 2013

Die Informationspunkte entlang des Weißen Schöps

Die Information ist bei der Flussverlegung ein wichtiges Anliegen. So werden im Zuge der Baumaßnahme interessante Informationspunkte und Rastplätze entlang des Weißen Schöps geschaffen, die später in die verschiedenen Wegekonzepte integriert werden. Heute möchten wir Sie auf eine kleine Reise entlang des Weißen Schöps mitnehmen und drei bereits zum Teil fertig gestellte Informationspunkte vorstellen. Vielen Dank an Frau Corina Fiskal von Vattenfall Europe Mining AG für die Unterstützung bei den Artikeln.

Wir beginnen im Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet im Nordosten unserer Region.  Idyllisch gelegen für Radfahrer und Wanderer befindet sich die Schutzhütte direkt zwischen den Hammerstädter Teichen. Hier werden derzeitig mit alten Aufnahmen historische Einblicke in die Geschichte der Teiche gegeben. Erstmalig urkundlich erwähnt wurden diese Teiche bereits vor 400 Jahren. Mehr Informationen zu den Hammerstädter Teichen können Sie gerne in unserem Archiv Anfang Februar 2013 nachlesen. 
 
Heute erfolgt die Bewirtschaftung durch die Fischzucht Rietschen GmbH. Weitere Tafeln sind im Entstehen und werden dann die Verknüpfung zwischen den Alt- und Neuteichen herstellen. Die ab September zugängliche „Karpfentour“ entlang der dann fertig gestellten Teichgruppe wird sicherlich ein Anziehungspunkt.

Schutzhütte an den Hammerstädter Teichen Foto: Kathrin Kambor
 
Schwanenpärchen mit seinem Nachwuchs Foto: Kathrin Kambor

Unsere Reise führt uns nun in den kleinen Ort Altliebel, durch den der Weiße Schöps einmal fließen wird.
 
Beim Abriss des Gehöftes der Familie Kürschner wurde eine Lehmwand erhalten, die nun als Insektenhotel dient. Neben Informationen über das Gehöft der Familie und dem Insektenhotel erhalten die Besucher auch Lehrreiches über den Artenreichtum in einem ökologischen Garten. Da dieser Informationspunkt an der Strecke des Wolfsweges liegt, erfahren Besucher auch Interessantes über Spuren im Revier. Kinder können sich auf dem neugebauten Spielplatz austoben.

Schutzhütte am Insektenhotel Foto: Kathrin Kambor
Brunnen nach historischem Vorbild, im Hintergrund die erhaltene Lehmwand als Insektenhotel, Foto: Kathrin Kambor

Im Juni 2013 neu erbauter Spielplatz, Foto: Kathrin Kambor





Weiter geht es nun in den sogenannten 3. Bauabschnitt zwischen Altliebel und Reichwalde. Direkt an der Furt, über die wir im Juni berichteten, entstand hier der dritte Informationspunkt mit Schutzhütte. Eine Informationstafel über die Funktionsweise und den Bau der Furt ist im Juli aufgestellt worden. Eine Zweite wird später über die Lebewesen im Wasser berichten.

 Schutzhütte an der Furt bei Reichwalde, Foto: Kathrin Kambor

Blick in die Schutzhütte an der Furt, Foto: Kathrin Kambor







Vielleicht haben Sie ja nun Lust auf eine Radtour oder Wanderung bekommen und begeben sich auf eine Informationstour entlang des Weißen Schöps. Vieles hat noch Baustellencharakter, aber in einigen Bereichen beginnt die Natur Regie zu führen.

Im Jahr 2013 werden drei weitere Informationspunkte mit unterschiedlichen Themen entstehen. Einer im Bereich der neuen Mündungsstelle Weißer Schöps in den Schwarzen Schöps, eine Infotafel in der Ortslage Kringelsdorf und ein neuer Rastplatz mit Schutzhütte am Schlauchwehr in Kringelsdorf.

Auch in der nächsten Woche erwartet Sie wieder ein interessanter Artikel. Bleiben Sie weiterhin neugierig.

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour -Team in Rietschen

Freitag, 24. Mai 2013

Der naturnahe Umbau des Weißen Schöps zwischen Altliebel und Reichwalde

In unseren Artikeln möchten wir Sie nicht nur über die derzeit statt findenden Baumaßnahmen bei der Umverlegung des Weißen Schöps informieren, sondern auch über bereits fertig gestellte. Heute betrachten wir den Gewässerabschnitt des Weißen Schöps zwischen Altliebel und Reichwalde, dem sogenannten 3. Bauabschnitt. Wir bedanken uns bei Herrn Jürgen Scheuermann von der iKD Ingenieur-Consult GmbH in Dresden für die Überarbeitung des Artikels und die Bereitstellung einiger Fotos.

In den Jahren 1989 bis 1990 wurde zwischen Reichwalde und der Ortschaft Altliebel ein ca. 2,3 km langer Abschnitt des Weißen Schöps hergestellt, der ausschließlich im Geländeeinschnitt verlief und als Doppeltrapezprofil gebaut wurde. Der Weiterbau der geplanten Trasse, somit auch der vorhandene 3. Bauabschnitt, wurde 1991 eingestellt. 

3.Bauabschnitt Ausgangszustand 2011
Mit der Umverlegung des Weißen Schöps bot sich den Planern die Chance den Weißen Schöps im Bereich der Verlegungsstrecke naturnah zu entwickeln und den Naturraum dadurch aufzuwerten.

Im 3. Bauabschnitt erfolgte von Juni 2011 bis April 2012 der naturnahe Umbau in einen mäandrierenden Flusslauf, der Entwicklungskorridor beträgt eine Breite von 25 bis 30 m. Der Umbau des vorhandenen Profils ist nur im Bereich des derzeitigen Mittelwasserbettes möglich und vorgesehen. Ähnlich wie im Neubauabschnitt, von dem wir bereits berichteten, wurde ein zweigeteiltes Profil mit Niedrig- und Mittelwasserrinne hergestellt. Das vorhandene Doppeltrapez-Profil wurde somit aufgeweitet und umgestaltet.

Bauphase 23.08.2011 ausgeführt von der Firma Strabag Foto: Jürgen Scheuermann
Das Niedrigwasserprofil dient wie auch im Neubauabschnitt dazu, an Tagen mit geringen Abflussmengen einen Mindestwasserstand im Gewässer zu gewährleisten und so einer übermäßigen Erwärmung des Gewässers im Sommer bzw. einer Bildung von Grundeis im Winter vorzubeugen. Bei mittlerem Niedrigwasserabfluss beträgt der Wasserstand im Niedrigwasserprofil noch ca. 44 cm, sodass auch bei geringen Abflüssen noch ein ausreichender Wasserstand zur Gewährleistung des Lebensraumes aquatischer[1] Fauna vorhanden ist.
Für die Herstellung dieses Profils innerhalb des vorhandenen Mittelwasserbettes war eine Kombination von teilweiser  Verfüllung und Geländeabtrag zur Schaffung des neuen Profils erforderlich. Das anstehende Sohl- und Böschungsmaterial aus dem Abtrag wurde auch für die Verfüllung eingesetzt.

3.BA Blick Richtung Furt am 4.10.2011 Foto: Jürgen Scheuermann
Stellenweise konnten vorhandene Bäume erhalten und in das neue Gewässer eingebunden werden. Derzeit sammelt sich in der Gewässerrinne Niederschlags- und Schichtenwasser, ab Mitte/Ende 2014, nach Fertigstellung der anderen Bauabschnitte, wird hier der Weiße Schöps fließen. Dieser Teilabschnitt mündet südlich von Altliebel in die Neubaustrecke.

Am Nordrand des vorhandenen Mittelwasserprofils verbleibt ein ca. 5 m breiter Unterhaltungsstreifen, wovon ein 3 m breiter Streifen bereits vorhandene sandgeschlämmte Schotterdecke ist.


 Entwicklung der gewässertypischen Vegetation im 3. BA  Foto: Jürgen Scheuermann
Im Bereich des vorhandenen 3. BA befanden sich vier Bauwerke. Der Düker südlich von Reichwalde als Verbindung zwischen Schwarzem Schöps und Altlauf Schwarzer Schöps wird noch 2013 erneuert.
Gleichzeitig wird das Verteilerwehr Reichwalde vollständig zurückgebaut. Da für den zukünftigen Tagebaubetrieb eine Einleitung von Grubenwässern in den Weißen Schöps nicht mehr vorgesehen ist, erfüllt das Verteilerwehr keine Funktion mehr. Die Straßenbrücke zwischen Reichwalde und Kreba-Neudorf  bleibt erhalten. Hier wurden jedoch Betonbefestigungen im Gewässer entfernt. Ein weiterer Düker wurde im 3. BA zurückgebaut. 
Durch den Bau einer Furt konnte eine Wegebeziehung geschaffen werden, die auch mit schwerer Technik nutzbar ist.

Nach Ende der Baumaßnahmen wurde der 3. Bauabschnitt mit standorttypischen Bäumen, z.B. Erlen, Ebereschen und Weiden bepflanzt. Auch wurden Gräser angesät. Seitdem entwickelt sich eine gewässertypische Vegetation und der 3. Bauabschnitt ist auf den Umschluss des Weißen Schöps gut vorbereitet.

In unserem nächsten Artikel verbleiben wir im 3. Bauabschnitt und informieren Sie über den Bau der Furt über dem Schöps. Bleiben Sie weiterhin neugierig.

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour-Team in Rietschen



[1]bezeichnet man Organismen, die ihren Lebensmittelpunkt im Wasser haben, beispielsweise Fische und Amphibien, aber auch Pflanzen