Der Weiße Schöps ist ein östlicher Zufluss des Schwarzen Schöps im sächsischen Landkreis Görlitz. Am nördlichen Rand des Tagebaus wurde er vor 20 Jahren vollständig kanalisiert. Das war das Ergebnis einer ersten Flussverlegung. Mit der Wiederaufnahme der Förderung im Tagebau Reichwalde ist nun eine Fortsetzung der Flussverlegung geplant, da der Tagebau ab 2015 in das Nordfeld des Tagebaus einschwenken wird. Aus diesem Grund wird eine erneute Verlegung des Weißen Schöps bis Ende 2014 notwendig.
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Donnerstag, 11. Dezember 2014

Die Neubaustrecke des Weißen Schöps. Ein Flusslauf von oben

Heute können wir Ihnen etwas ganz besonderes vorstellen. Wir begeben uns auf eine kleine über die Neubaustreck des Weißen Schöps. Dank des Baubüros zur Umverlegung des Weißes Schöps und des Fotografen Hartmut Rauhut können wir uns einzelne Schöpsabschnitte aus der Luft betrachten. Am 17.11.2014 sind die Bilder entstanden. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim anschauen. 

Blick aus Richtung Reichwalde auf den Weißen Schöps, Foto: H. Rauhut

Neubaustrecke des Weißen Schöps in Richtung Altliebel, Foto: H. Rauhut

Blick auf die Schöpsbrücke in Altliebel, Foto: H. Rauhut

Der Weiße Schöps in Neuliebel, Foto: H. Rauhut

Die neuen Stallanlagen der Viereichener Rindfleisch eG am Schöps in Neuliebel, Foto: H. Rauhut

Die Furt zwischen Neuliebel und Hammerstadt, Foto: H. Rauhut

Der Weiße Schöps in Hammerstadt zwischen Schenkteich und Ochsenteich, Foto: H. Rauhut

Der Weiße Schöps entlang der Hammerstädter Teiche, Foto: H. Rauhut

Der Weiße Schöps durch Werda & der Blick auf den Mühlenteich, Foto: H. Rauhut

Bis bald und hüten Sie Ihre Neugier.
Ihre Stefanie Tusche von der ArTour in Rietschen

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Der Schenkteich in Hammerstadt

Wie schon angekündigt informieren wir Sie heute über die Errichtung des Schenkteichs in Hammerstadt. Vielen Dank an Frau Ute John vom Baubüro der Schöpsbaustelle für die Bereitstellung des Artikels.

Für die durch die Weiterführung des Tagebaus Reichwalde in Anspruch genommenen Teiche werden Ersatz- und Ausgleichmaßnahmen realisiert bzw. sind bereits abgeschlossen. Eine bereits fertig gestellte  Baumaßnahme ist die Herstellung der drei neuen Fischteiche östlich der Hammerstädter Teichgruppe mit einer Gesamtfläche von 29,4 ha. Des Weiteren ist die Errichtung des Schenkteiches, als Naturteich, unmittelbar westlich der Ortslage Hammerstadt geplant.

Zur Geschichte:

Bereits 1612 erfolgte die erste Erwähnung der Hammerstädter Teiche .Sie gehörten zum Grundeigentum der Herrschaft Kreba .Ein Teil der Teiche wurde nach dem Konkurs des Freiherrn von Schlotheim in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt. Die Namen dieser Teiche waren u.a. Mittelteich, Groß-Wieseteich und Schenkteich. Frau Gerda Hilke, Bewohnerin von Hammerstadt, kann sich gut an ihre Kindheit und an die Arbeiten zur Herstellung der Felder in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft erinnern. Heute wird fast an gleicher Stelle der neue Schenkteich angelegt.
Hammerstädter Teiche 1888 mit Ergänzungen 1919

 

Der ,,neue“ Schenkteich

Die geplante Größe des Teiches ist 1,65 ha. Der Teich hat eine Anbindung an das Grundwasser und der zukünftige Wasserstand schwankt zwischen ca. 3,6 -4,4 m und unterscheidet sich dadurch wesentlich von den Fischteichen. Neben dem Grundwasseranschluss wird als Zulauf der Dorfgraben Hammerstadt in den Schenkteich eingebunden, zur weiteren Wasserversorgung gibt es eine Einspeisung über den Weißen Schöps. Mit der Errichtung eines Teichständers kann der Auslauf über den Teichableiter  in die Neubaustrecke des Weißen Schöps gesteuert werden.
Übersichtsplan Schenkteich

Das Wegekonzept

Entlang des Hochwasserschutzdeiches und auf der gegenüberliegenden Seite des Teiches schlängelt sich ein Fußweg. Dieser hat eine Anbindung an den Radweg und an die Straße „Am Schöps“.

So besteht nach Fertigstellung der Maßnahme die Möglichkeit den Schenkteich zu Fuß oder mit dem Rad zu umrunden. Durch die Wegeführung ist der Anschluss an den späteren Wolfsradweg im Bereich der Brücke „Am Schöps“ gegeben. 
1 Radweg - 2 Fußweg - 3 Feldweg - 4 Auslauf Mulde - 5 Zufahrt - 6 BE

Bepflanzungen

Zur Aufwertung der Flächen werden verschiedene Pflanzmaßnahmen durchgeführt. Die Bepflanzungen werden in erster Linie im unmittelbaren Teichbereich sowie an den angrenzenden Flächen des Radweges realisiert. Die speziellen Flachwasserbereiche mit einem gut ausgebildeten Röhrichtbestand übernehmen dann auch eine wichtige Filterfunktion im Teich.

Der Bereich des Radweges soll mit Einzelbäumen, Hecken und einer Obstbaumreihe gesäumt werden.
Hammerstadt aus der Vogelperspektive im Juni 2013


Insgesamt wird sich der Schenkteich  in seiner natürlichen Bauweise in die Hammerstädter Teichlandschaft  einfügen. Naturliebhaber, Erholungssuchende, Radfahrer und Spaziergänger lernen hier ein neues Ausflugsziel in der Gemeinde Rietschen kennen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Auch unser nächster Artikel wird wieder spannend.
Eine schöne Adventszeit wünscht Ihnen

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour-Team in Rietschen

Montag, 11. November 2013

Die Raklitza und der Jungferngraben

Heute informieren wir Sie über die Raklitza und den Jungferngraben, die Ersatzneubauten der Brücken und den Heideweg.
Vielen Dank an Janette Meinck von Vattenfall für die Überarbeitung des Artikels.

Der Abschnitt IV Raklitza, Weißer Schöps 1. und 2. BA

Derzeit verläuft der Weiße Schöps zwischen der Gemeinde Rietschen und der Mündung in den Schwarzen Schöps auf einer Länge von ca. 13 km in einem künstlichen Gewässerbett.

Das Baulos 4 beinhaltet Leistungen zum Rückbau des Gewässerbettes und Deichen sowie Leistungen zur Wiederanbindung der Raklitza einschließlich aller notwendigen Bauwerke.
Nach der Anbindung des Weißen Schöps an den Altlauf erfolgt eine komplette Renaturierung durch die Anlage von Stillgewässern und Aufforstungsflächen.
 
Künstliches Gewässerbett Weißer Schöps Foto: Kathrin Kambor
Die Gesamtmaßnahme beginnt ab November 2013 mit den Arbeiten zur Ertüchtigung des Teichableiters der Rietschener Teiche und wird bis 2015 andauern.

Die Raklitza und der Jungferngraben

In diesem Bauabschnitt befindet sich das Spundwandwehr Raklitza und der Schöpsdüker für den Jungferngraben.
Die Stauanlage wurde errichtet, um eine Speisung der Hammerstädter Teichgruppe zu gewährleisten. Weiterhin dient sie der Überwindung des Sohlesprunges Raklitza in den Weißen Schöps.
Spundwandwehr Raklitza Foto: Kathrin Kambor
Mündung Racklitza in den Weißen Schöps Foto: Kathrin Kambor
Das Spundwandwehr an der Raklitza unmittelbar vor der Einmündung in den Weißen Schöps wird zurückgebaut und durch eine Sohlengleite ersetzt. Damit wird die ökologische Durchgängigkeit des Gewässers wiederhergestellt. Das derzeitige Stauziel ist zu erhalten, um die Bespannung der Hammerstädter Teiche über den Jungferngraben sicherzustellen.
Nach Außerbetriebnahme und Trockenlegung des derzeitigen Gewässerbettes des Weißen Schöps kann der Anschluss der neu gebauten Sohlengleite an den Unterlauf der Raklitza erfolgen. Auf ca. 160 m Länge wird hier ein neues Gewässerbett mit variierender Struktur gebaut.

Der ca. 300 m westlich des Wehres Raklitza gelegene Schöpsdüker des Jungferngrabens ist mit der Stilllegung des 2. BA nicht mehr erforderlich und wird einschließlich Auslaufbauwerk zurückgebaut und durch ein offenes Gerinne ersetzt.
Das bestehende Einlaufbauwerk mit seinen Regelungs- und Verschlussfunktionen für die Beaufschlagung bzw. Absperrung des Jungferngrabens bleibt erhalten.
Im Anschluss an das Einlaufbauwerk wird ein ca. 4 m langer Rohrstrang des Dükers als Durchlass belassen, um in diesem Bereich die Zugänglichkeit zur östlichen Seite des Einlaufbauwerkes sicherzustellen.
 
Racklitza Foto: Ute John
Der Teichableiter der Rietschener Teiche, der derzeit über einen Durchlass unmittelbar in den Weißen Schöps einmündet, wird seiner ursprünglichen Trasse folgend nach wieder an die Raklitza angeschlossen. Das noch vorhandene Profil wird auf einer Länge von ca. 500m ertüchtigt.

Die ebenfalls in den Weißen Schöps einmündende Entwässerungsleitung der Hammerlache wird über eine neue Rohrleitung direkt auf den Ostergraben eingebunden.

Es entstehen 3 neue Brücken

Als Ersatzneubau für die baufällige Brücke Raklitzaweg wird eine Aluminiumfachwerktrogbrücke mit einer Breite von 2,50 m als Fuß- und Radwegeverbindung errichtet.

Weiterhin entstehen zwei neue Wirtschaftswegebrücken. Eine davon am Teichweg wo sich derzeitig nur ein Durchlass befindet, der für die Wassermengen der neu angeschlossen Raklitza nicht ausreichend dimensioniert ist. Eine weitere 3,5 m breite Wirtschaftswegebrücke entsteht am Heideweg.


Der Heideweg

Die als Baustraße verwendete Plattenstraße des Heideweges wird nach Abschluss aller anderen Bauarbeiten von der Kläranlage aus bis zur Dichtwandtrasse ca. 1700 m komplett neu gebaut. Die Betonplatten werden durch einen Wegeaufbau mit sandgeschlämmter Schotterdecke auf Schottertragschicht ersetzt. Es wird eine neue Betriebszufahrt zum linken Ufer der Sohlengleite geschaffen. Darüber hinaus wird vom Heideweg aus ein neuer Verbindungsweg zum vorhandenen Weg nördlich der Raklitza und damit zum rechten Ufer der Sohlengleite gebaut.

Der nächste Artikel hält Informationen über die fertig gestellte Wehranlage in Kringelsdorf für Sie bereit. Bleiben Sie weiterhin neugierig.

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour-Team in Rietschen.

Mittwoch, 25. September 2013

Die Hammerstädter Teiche „Karpfentour“

Nach der feierlichen Übergabe der drei neuen Teiche am letzten Freitag an den Fischwirt Helmut Tusche der Fischzucht Rietschen GmbH möchten wir Ihnen heute die „Karpfentour“ näherbringen.
Vielen Dank der Projektleiterin Corina Fiskal von Vattenfall für die Bereitstellung des Artikels.
 
Die Hammerstädter Teiche
Die Wanderung “Karpfentour” zwischen Werda und Hammerstadt in den Hammerstädter Teichen verbindet die Alt- und Neuteiche. Auf einer Länge von ca. 5 km kann man den Blick vom Aussichtshügel genießen und dabei die zahlreichen Wasservögel beobachten, Rast in der Schutzhütte am Strichteich machen oder im Herbst den Fischern beim Abfischen über die Schulter schauen. Mit Fertigstellung der Baumaßnahmen an der Raklitza wird es weitere Touren geben und das Wegenetz wird zusätzlich ausgebaut.
Ein Faltblatt mit entsprechender Karte und Informationen wird erarbeitet und Ihnen bald zur Verfügung gestellt, als Einladung diese besondere Kulturlandschaft zu erkunden.

Wanderroute Karpfen-Tour um die Hammerstädter Teiche
Startpunkt der Karpfentour ist die Ortslage Werda, am Raklitzaweg. Hier können Sie auch Ihr Auto abstellen und sich einen Überblick am Info-Punkt verschaffen.
Der Rundweg beginnt an den Neuteichen, die zwischen April 2012 und September 2013 als Ausgleichsmaßnahme für die Inanspruchnahme von Teichflächen durch den Tagebau Reichwalde errichtet worden sind. Der Blume,- Mittel- und Heideteich umfassen insgesamt knapp 30 ha Wasserfläche. 
 
Wasservögel am Delinkateich Foto: Corina Fiskal


Die erforderlichen Zu- und Ableitungsgräben weisen eine Gesamtlänge von über 2 km auf. Der Rundweg führt an der Ostseite der Neuteiche entlang. Im Bereich des Mittelteiches können Sie die wenigen Stufen auf den lang gestrecktem Aussichtshügel erklimmen und Rast halten.
 
Kremserfahrten bei der Eröffnung der neuen Teiche am 20.09.2013 Foto: Kathrin Kambor

Rastplatz am Mittelteich mit Informationstafeln Foto: Kathrin Kambor
Der Weg wendet sich dann zwischen dem Heideteich und der Raklitza nach Südwesten. Hier befindet sich eine besondere Landmarke - ebenfalls auf einem kleinen Hügel - der den Blick über den Heideteich und den angrenzenden Delinkateich ermöglicht.
Feierliche Eröffnung der Landmarke am 20.09.2013 Foto: Kathrin Kambor
Über einen  mit alten Eichen gesäumten Weg kommt man zu einer Kreuzung mit Übergang über die Raklitza. Derzeitig noch ein alter Durchlass, der aber im Zuge der Baumaßnahmen am Weißen Schöps schon bald durch eine neue Brücke ersetzt wird.
Hier befindet sich auch die 2012 errichtete Schutzhütte mit dem Karpfenstein. 
 
Neue Sitzgelegenheiten in der Schutzhütte Foto: Kathrin Kambor

Zwischen Raklitza- und Dekinkateich führt der Weg nach Süden weiter und man durchquert einen schönen alten Mischwald bis man in die Ortslage Hammerstadt gelangt.
Hier im Ort befinden sich die Ochsenteiche und wenn man Glück hat, sieht man die kleine Herde Wasserbüffel, die hier zur Teichpflege eingesetzt werden. Info-Tafeln vermitteln Interessantes zu diesen Tieren.
Der Weg läuft kurze Zeit mit der Straße nach Werda, bevor man am Durchlass dem neuen Ableitergraben folgt und einen wunderschönen Blick über den angrenzenden Hatschikteich genießen kann. Der Weg führt dann zwischen dem Blume- und Mittelteich zurück zum Ausgangspunkt.
Schwäne auf dem Blumeteich Foto: Kathrin Kambor
Die Tour ist ausgeschildert, Sie müssen nur den Karpfen folgen.

Wegweiser der Karpfentour Foto: Kathrin Kambor
Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Blog. Auch unser nächster Artikel wird wieder interessant. Bleiben Sie weiterhin neugierig.

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour-Team in Rietschen

Donnerstag, 25. Juli 2013

Die Informationspunkte entlang des Weißen Schöps

Die Information ist bei der Flussverlegung ein wichtiges Anliegen. So werden im Zuge der Baumaßnahme interessante Informationspunkte und Rastplätze entlang des Weißen Schöps geschaffen, die später in die verschiedenen Wegekonzepte integriert werden. Heute möchten wir Sie auf eine kleine Reise entlang des Weißen Schöps mitnehmen und drei bereits zum Teil fertig gestellte Informationspunkte vorstellen. Vielen Dank an Frau Corina Fiskal von Vattenfall Europe Mining AG für die Unterstützung bei den Artikeln.

Wir beginnen im Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet im Nordosten unserer Region.  Idyllisch gelegen für Radfahrer und Wanderer befindet sich die Schutzhütte direkt zwischen den Hammerstädter Teichen. Hier werden derzeitig mit alten Aufnahmen historische Einblicke in die Geschichte der Teiche gegeben. Erstmalig urkundlich erwähnt wurden diese Teiche bereits vor 400 Jahren. Mehr Informationen zu den Hammerstädter Teichen können Sie gerne in unserem Archiv Anfang Februar 2013 nachlesen. 
 
Heute erfolgt die Bewirtschaftung durch die Fischzucht Rietschen GmbH. Weitere Tafeln sind im Entstehen und werden dann die Verknüpfung zwischen den Alt- und Neuteichen herstellen. Die ab September zugängliche „Karpfentour“ entlang der dann fertig gestellten Teichgruppe wird sicherlich ein Anziehungspunkt.

Schutzhütte an den Hammerstädter Teichen Foto: Kathrin Kambor
 
Schwanenpärchen mit seinem Nachwuchs Foto: Kathrin Kambor

Unsere Reise führt uns nun in den kleinen Ort Altliebel, durch den der Weiße Schöps einmal fließen wird.
 
Beim Abriss des Gehöftes der Familie Kürschner wurde eine Lehmwand erhalten, die nun als Insektenhotel dient. Neben Informationen über das Gehöft der Familie und dem Insektenhotel erhalten die Besucher auch Lehrreiches über den Artenreichtum in einem ökologischen Garten. Da dieser Informationspunkt an der Strecke des Wolfsweges liegt, erfahren Besucher auch Interessantes über Spuren im Revier. Kinder können sich auf dem neugebauten Spielplatz austoben.

Schutzhütte am Insektenhotel Foto: Kathrin Kambor
Brunnen nach historischem Vorbild, im Hintergrund die erhaltene Lehmwand als Insektenhotel, Foto: Kathrin Kambor

Im Juni 2013 neu erbauter Spielplatz, Foto: Kathrin Kambor





Weiter geht es nun in den sogenannten 3. Bauabschnitt zwischen Altliebel und Reichwalde. Direkt an der Furt, über die wir im Juni berichteten, entstand hier der dritte Informationspunkt mit Schutzhütte. Eine Informationstafel über die Funktionsweise und den Bau der Furt ist im Juli aufgestellt worden. Eine Zweite wird später über die Lebewesen im Wasser berichten.

 Schutzhütte an der Furt bei Reichwalde, Foto: Kathrin Kambor

Blick in die Schutzhütte an der Furt, Foto: Kathrin Kambor







Vielleicht haben Sie ja nun Lust auf eine Radtour oder Wanderung bekommen und begeben sich auf eine Informationstour entlang des Weißen Schöps. Vieles hat noch Baustellencharakter, aber in einigen Bereichen beginnt die Natur Regie zu führen.

Im Jahr 2013 werden drei weitere Informationspunkte mit unterschiedlichen Themen entstehen. Einer im Bereich der neuen Mündungsstelle Weißer Schöps in den Schwarzen Schöps, eine Infotafel in der Ortslage Kringelsdorf und ein neuer Rastplatz mit Schutzhütte am Schlauchwehr in Kringelsdorf.

Auch in der nächsten Woche erwartet Sie wieder ein interessanter Artikel. Bleiben Sie weiterhin neugierig.

Ihre Kathrin Kambor vom ArTour -Team in Rietschen

Freitag, 1. Februar 2013

Die Hammerstädter Teiche

Diese Woche widmen wir uns einer Oberlausitzer Teichlandschaft die im Jahr 2012 ihr 400 jähriges Bestehen gefeiert hat. Die Hammerstädter Teiche sind eine wichtige Gewässergruppe, die der Weiße Schöps sowohl vor der Umverlegung als auch nach der Umverlegung tangiert.

Bereits im Jahr 1612 fanden die Hammerstädter Teiche ihre erstmalige Erwähnung, doch die Vermutung liegt nah, dass die Teichlandschaft sogar noch älter sei. Denn schon im Jahr 1449 rief die Stadt Görlitz alle Herrschaften der Gemeinden am Weißen Schöps zusammen, um über Wasserbauten am Schöps zu beraten. 

Das historische Teichgebiet um 1823

Durch eine Lehmschicht, die unter dem Sandboden des Teichgebietes liegt, wird das Versickern des Teichwassers verhindert. Gespeist werden die Teiche durch die Raklitza und den Jungferngraben. Die Anlage der Teiche gilt noch aus heutiger Sicht als Meisterleistung des Teichbaus, denn die rund 19 Einzelteiche wurden durch 12 km lange Gräben und Vorfluter so miteinander verbunden, dass jeder Teich separat angestaut und abgelassen werden kann. 

Das heutige Teichgebiet
 
Eine Teichlandschaft befindet sich in ständigem Wandel, so kommt es vor, dass neue Teiche angelegt und andere wiederum aufgegeben werden. Auch im Zuge des Reichwalder Tagebaus werden die Hammerstädter Teiche Veränderungen ausgesetzt. Große Teile der Teichlandschaft, wie z.B. der Gelb-, Koppen- und Altteich werden durch den Bergbau in Anspruch genommen. Der Bau einer speziellen Dichtwand verhindert jedoch die gesamte Inanspruchnahme des Teichgebietes. Die Dichtwand ermöglicht die Erhaltung des halben Teichgebietes und schafft somit die Grundlage, um neue Teiche anzulegen. Vier neue Teiche, Schenk-, Heide-, Mittel- und Blumeteich, sollen auf 31 Hektar, ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen, entstehen.

Eine Dichtwand ermöglicht die teilweise Erhaltung des Teichgebietes und hier sehen Sie auch die neugeplanten Teiche

Die Inanspruchnahme von fast 60 % der Hammerstädte Teiche durch den Tagebau Reichwalde bedeutet auch einen Einschnitt in die naturelle Beschaffenheit der Region. Daher sind der Erhalt der restlichen 40 % und das Anlegen neuer Teiche wichtige Elemente, um die einzigartige Flora und Fauna, die sich über Jahrhunderte in unsere Region entwickelt und angesiedelt hat, zu schützen. Viele bedrohte Arten wie Fischotter, Seeadler und Rohrdommel haben in den Hammerstädter Teichen ihr zuhause gefunden.

Seit 1992 ist der Fischwirt Helmut Tusche der Pächter der Teiche, in denen vorrangig die traditionelle Karpfenzucht betrieben wird. Die Fischzucht Rietschen GmbH setzt nun aber neben der traditionellen Methode des Einzugs mittels Fischernetz, auch auf moderne Verfahren. Die sich im Bau befindende Kreislauf-Fischzuchtanlage soll eine effektivere Bewirtschaftung ermöglichen. Das Konzept beruht auf einer Kombination aus traditioneller Teichwirtschaft und moderner Aquakultur mit Warmwasserhaltung. Durch eine solche Anlage kann die Karpfenproduktion ganzjährig fortgeführt werden, aber auch andere Fischarten der Region sollen hier vermehrt produziert werden. Die Wärme für dieses Projekt soll im Übrigen in der neu entstehenden Stallanlage der Viereichner Rindfleisch GmbH in Neuliebel mittels Biogas produziert werden. 

In der nächsten Woche geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Thematik der Archäologie. Im Zusammenhang mit der Flussverlegung und dem Tagebau Reichwalde wurde auch ein Blick unter die Erde geworfen, um die geschichtlichen Besonderheiten unserer Region aufzudecken und zu konservieren. Bleiben sie neugierig und bis nächste Woche.

Ihr ArTour-Team in Rietschen

Freitag, 18. Januar 2013

Die Dichtwand am Tagebau Reichwalde

In dieser Woche möchten wir Sie in unserem Artikel über das Thema Dichtwand informieren, das seit den 70er Jahren im Lausitzer Braunkohleabbau eine wichtige Rolle spielt.

Das Dichtwandverfahren ist ein innovatives Verfahren des Lausitzer Braunkohlenbergbaus. Es dient der Abriegelung von Grundwasserzuflüssen und schützt gleichzeitig sensible Bereiche wie Gewässer und Feuchtgebiete im Tagebauumfeld.

Es ist im Interesse des Bergbaus, das Beeinflussungsgebiet der Grundwasserabsenkung möglichst einzugrenzen. Mit ihr lässt sich der unterirdische Zufluss von Wasser in den Tagebau abriegeln. Während auf der „Wasserseite“ der Dichtwand der natürliche Grundwasserstand erhalten bleibt, kann so auf der Seite des Tagebaus der Grundwasserspiegel auf das erforderliche Maß abgesenkt werden.

Die Errichtung der Dichtwand Reichwalde, im Südosten des Tagebaus, ist eine wichtige Voraussetzung zur Umverlegung des Weißen Schöps. Die Dichtwand soll eine Grundwasserabsenkung vermeiden und die angrenzende Teichlandschaft der Hammerstädter Teiche schützen.

Seit Dezember 2009 bis heute entsteht ein 4,2 km langer Abschnitt der unterirdischen Dichtwand. Mit einer Tiefe (bergmännisch „Teufe“ genannt) von ca. 37 bis 47 m arbeitet sich ein 229 Tonnen schweres Schlitzfräsgerät pro Tag etwa sechs Meter vorwärts. Die Maschine fräst zuerst einen tiefen Schlitz in die Erde, anschließend wird ein flüssiges Tongemisch eingespült. Es führt beim Trocknen zum Abdichten der beiden Fräsränder, sodass die unterirdische Wand kein Wasser mehr hindurch lässt.

Ab dem Jahr 2015 soll der Lauf der Dichtwand in nördliche Richtung fortgeführt werden. Sie verläuft im Fall des Tagebaus Reichwalde parallel zur Tagebaukante. Die Gesamtlänge des 1. und 2. Teilabschnittes soll ca. 11  km und eine Teufe von 110 m erreichen.


Grafisches Modell zur Entstehung einer Dichtwand 
In unserer Ausstellung im Rietschener Erlichthof können Sie in der oberen Etage der Theaterscheune ein Modell der Dichtwand betrachten. Zusätzlich finden Sie zahlreiche Informationen zur Umverlegung des Weißen Schöps und den Tagebau Reichwalde. Wir laden Sie herzlich ein, in der Theaterscheune vorbeizuschauen.

Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und hoffen, dass Sie nächste Woche wieder bei uns reinschauen. Dann werden wir einen Blick in die Geschichte unserer Region werfen und uns mit dem Namensursprung des Schöps auseinandersetzen.

Bis zum nächsten Mal,
Ihr ArTour-Team in Rietschen