Der Weiße Schöps ist ein östlicher Zufluss des Schwarzen Schöps im sächsischen Landkreis Görlitz. Am nördlichen Rand des Tagebaus wurde er vor 20 Jahren vollständig kanalisiert. Das war das Ergebnis einer ersten Flussverlegung. Mit der Wiederaufnahme der Förderung im Tagebau Reichwalde ist nun eine Fortsetzung der Flussverlegung geplant, da der Tagebau ab 2015 in das Nordfeld des Tagebaus einschwenken wird. Aus diesem Grund wird eine erneute Verlegung des Weißen Schöps bis Ende 2014 notwendig.

Freitag, 2. Mai 2014

Die Eröffnung der Fischzucht-Kreislaufanlage in Hammerstadt

Am Freitag, den 25.05.2014 ist die Fischzucht Kreislaufanlage im Rietschener Ortsteil Hammerstadt in Betrieb genommen worden. Die Fischzucht Kreislaufanlage ist nicht nur für den Geschäftsführer Helmut Tusche ein Meilenstein, auch Landrat Bernd Lange lobte in seiner Rede, den Mut der Fischzucht GmbH auf eine neue Technologie zu setzen. Auch für das Land Sachsen ist diese Kreislaufanlage ein Novum. Neben der traditionellen Teichwirtschaft, die in Sachsen schon auf eine alte Tradition zurückblicken kann, ist die hochtechnisierte Fischzucht-Kreislaufanlage ein neuer Weg, um Speisezander in großer Anzahl zu produzieren. 

Einweihung der neuen Fischzucht-Kreislaufanlage durch Helmut und Karsten Tusche, Foto: S. Tusche

Rede des Landrats Bernd Lange, Foto: S. Tusche

Von Groß bis Klein sind allerhand Gäste gekommen, Foto: S. Tusche

Viele geladene Gäste konnte sich das Ereignis nicht entgehen lassen. Neben Eröffnungsreden vom Geschäftsführer Helmut Tusche und Landrat Bernd Lange kamen auch die Fischereireferentin des Freistaates Sachsen Ulrike Weniger, die Projektleiterin der Vattenfall Schöpsbaustelle Corina Fiskal und der Rietschener Bürgermeister Ralf Brehmer zu Wort. Nach dem offiziellen Empfang konnten die Gäste bei einem Glas Sekt und regionalen Fischhäppchen die Sonne genießen.

Rietschener Bürgermeister Ralf Brehmer bei seiner Rede, Foto: S. Tusche

Bernd Lange und Helmut Tusche eröffneten feierlich, Foto: S. Tusche

Corina Fiskal im Gespräch mit Udo Zange, Foto: S. Tusche

Glühlachs, eine Spezialität zubereitet von der Fischzucht in Rietschen, Foto: S. Tusche

Als Krönung gab es geführte Touren durch die Fischzucht-Kreislaufanlage bei denen Dr. Karsten Tusche einen Einblick in die Funktionsweise der Kreislaufanlage und einen Blick auf die ersten Zander gab. 

Wir wünschen der Fischzucht Rietschen GmbH natürlich auch alles Gute zur Eröffnung Ihrer Kreislaufanlage.

Petri Heil, Ihre Stefanie Tusche von der ArTour GmbH in Rietschen

Dienstag, 22. April 2014

Schulung zur präventiven und operativen Hochwasservorsorge in Rietschen

Hochwasser sind Naturereignisse denen der Mensch schon immer ausgesetzt war und auch in Zukunft ausgesetzt sein wird. Ob durch Starkniederschläge, Dauerregen oder Schneeschmelzen, jederzeit kann es die Menschen ereilen. Daher sollte jeder, der in der Nähe von Gewässern wohnt oder arbeitet, Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Hochwassergefahren treffen, um mögliche Schäden zu minimieren. 

Hochwassersituation in Rietschen 2010, Foto: Ute John

An der Schulung zum präventiven Hochwasserschutz des DWA Landesverband Sachsen/ Thüringen am 27. und 28.03.2014 in Rietschen nahmen rund 30 Interessenten u. a. von der Feuerwehr Boxberg, der Tagebausicherheit Vattenfalls, des Bauhofes, der Gemeinde und der freiwilligen Feuerwehr aus Rietschen teil.

Vorbereitungen

Anhand von Theorie und Praxis wurden die Kursteilnehmer in der präventiven Hochwasservorsorge ausgebildet. Themenblöcken waren u.a. Rechte und Pflichten in hochwassergefährdeten Gebieten, Kommunikationswege bei Hochwasser, Materialien und Ausrüstungsgegenstände zur Hochwasserabwehr und Möglichkeiten des Objektschutzes. Die Begehung von Beispielobjekten und die Ermittlung ihrer Gefährdungssituation beispielsweise am Deich in Werda und Hammerstadt, dem Polder in Neuliebel, dem Wehr in Kringelsdorf  sowie der Sandsackverbau gehörten zum praktischen Teil der Schulung. Eine kleine Fotoauswahl gibt einen Einblick in die zwei Schulungstage.  

Wie verbaut man die Sandsäcke?
Zuerst die Säcke füllen
Mit den dazugehörigen Maschinen
Das Modell nochmal als Grundlage nehmen
und stapeln
...bis die Pyramide fertig ist.
  
Im nächsten Artikel beschäftigen wir uns mit dem Umbau an der Rietschener Kläranlage, also schauen bald wieder vorbei und bleiben Sie wie immer neugierig. 

Ihre Stefanie Tusche vom ArTour Team in Rietschen

Mittwoch, 2. April 2014

Wo die vielen Zander wohnen…

Die Kreislauf-Fischzucht-Anlage in Hammerstadt

In unserem aktuellen Artikel haben wir der Kreislauf-Fischzuchtanlage der Fischzucht Rietschen GmbH einen Besuch abgestattet. Wir möchten uns ganz herzlich bei Dr. Karsten Tusche für die Fülle an Informationen bedanken. Die Kreislaufanlage ist nicht nur ein direkter Nachbar des Reichwalder Tagebaus, sondern liegt auch unmittelbar am Weißen Schöps im Rietschener Ortsteil Hammerstadt.
 
Firmenschild der Fischzucht Rietschen GmbH, Foto: Stefanie Tusche

Die Hauptaufgaben der Kreislauf-Fischzucht-Anlage liegen vor allem in der Produktion von Zandern sowie der Aufzucht von Pflanzmatten. In 30 Aufzuchtsbecken wachsen die Fische bei einer konstanten Temperatur von 22 Grad heran. Im Gegensatz zu den Teichzandern wird die Wachstumszeit mit Hilfe der Kreislaufanlage mehr als halbiert. Das bedeutet, ein ausgewachsener Zander braucht in der Anlage keine 4 Jahre, sondern nur noch 1 ½ Jahre, um eine Länge von 40 bis 50 cm und ein Durchschnittsgewicht von 1,2 kg zu erreichen. 

Ein ausgewachsenes Zanderweibchen beim Wiegen & Messen, Foto: S. Tusche

Doch was hat es mit dem System einer Kreislaufanlage auf sich? Das für die Kreislauf-Fischzucht-Anlage benötigte Wasser wird über zwei Pumpensümpfe mit jeweils 40 Kubikmetern gereinigt und fließt über zwei Leitungen durch die Aufzuchtsbecken, in denen die Zander schwimmen. Nach dem Durchfließen von einem der 30 Becken fließt das Wasser in eine mechanische Reinigungsanlage zurück. Innerhalb einer Stunde wird das Wasser in den Becken zweimal ausgetauscht, was bei einem 24 Stundenbetrieb bedeutet, die Fische bekommen 48mal frisches Wasser zugeführt. Ungefähr 10% des Wassers gehen im Reinigungsprozess der Kreislaufanlage verloren und müssen daher ersetzt werden. Das passiert wiederum über die Pumpensümpfe.

Haltungsbecken der Kreislaufanlage, Foto: Dr Karsten Tusche

Wasser im Anlagenkreislauf, Foto: Dr Karsten Tusche

Mit Hilfe der Wärmeenergie der Biogasanlage der Viereichener Rindfleisch e.G., erhält die Kreislaufanlage über eine etwa 2 km lange Rohrleitung die benötigte Wärmeenergie zum Heizen.

Seit Oktober 2013 befindet sich die Kreislauf-Fischzucht-Anlage in ihrer Einlaufphase. Zu Beginn brachten die Zander ein Gewicht von 20 bis 30 Gramm auf die Waage. Im Moment haben sie ein Durchschnittsgewicht von 100g. Doch die Einlaufphase ist vor allem gekennzeichnet durch ein ständiges Ausprobieren und Experimentieren, um die optimalen Lebensbedingungen für die Fische zu erreichen. 

Nach Beendigung der Einlaufphase werden später einmal 450 000 Zander erzeugt, diese sollen dann in allen Altersklassen auf dem Markt angeboten werden. Insgesamt sollen rund 50t Zander pro Jahr in der Kreislauf Fischzuchtanlage produziert werden.  Zander sind vor allem in der Dunkelheit aktiv, denn frühestens in der Dämmerung beginnen die nachtaktiven Beutejäger ihre Nahrungssuche. Deshalb ist das richtige Beleuchtungsmaß in der Anlage sehr wichtig. Die Zander müssen kontinuierlich gefüttert werden, so dass sie sich nicht an ihren Artgenossen vergreifen. 

Auf der Suche nach der richtigen Beleuchtung, Foto: S. Tusche

Neben der Zander-Produktionsanlage gibt es sieben Wasserpflanzbecken mit einer Größe von insgesamt 5000 Quadratmetern. In diesen Becken wachsen Wasserpflanzen auf Kokosmatten heran, die für die Uferbegrünung oder aber auch als Uferböschungsbefestigung beispielsweise am neuen Weißen Schöps optimal genutzt werden können.

Die Halle der Kreislaufanlage & die Teile der Pflanzbecken, Foto: S. Tusche

Sonnenaufgangstimmung über den Pflanzbecken, Foto: Dr Karsten Tusche

Für den Bau der Kreislaufanlage investierte die Fischzucht-Rietschen GmbH über 2 Millionen Euro. Die Europäische Union und das Operationelle Programm der Bundesrepublik Deutschland für den Europäischen Fischereifonds fördern das Bauvorhaben mit 60%.

Die Kreislaufanlage, Foto: Dr Karsten Tusche

Bis zum nächsten Mal und bleiben Sie wie immer neugierig. Ihre Stefanie Tusche vom ArTour-Team in Rietschen

Dienstag, 25. Februar 2014

Einer kurzer, aber weißer Winter

Dieser Artikel ist nur ein kleiner Zwischenbericht, der den Weißen Schöps trotz des kurzen milden Winters von seiner weißen Seite zeigt. Der Schnee war dieses Jahr sehr rar, aber die Oberlausitz war dennoch einige Tage von einer weißen Puderzuckerschicht bedeckt. Diese Wetterlage mussten wir natürlich nutzen, um ein paar Winterbilder vom Weißen Schöps zu bekommen. In diesem kurzen Artikel präsentieren wir Ihnen eine kleine Auswahl des doch sehr kurzen, aber dennoch weißen Winters am Weißen Schöps. 

Die neue Furt zwischen Hammerstadt und Neuliebel, Foto: Steffi Tusche


Der Weiße Schöps auf Höhe der Viereichener Rindfleisch e.G. in Neuliebel, Foto: Steffi Tusche


Natürlicher Übertritt für unsere heimischen Tiere, Foto: Steffi Tusche


Der natürliche Übertritt wird natürlich auch genutzt, Foto: Steffi Tusche

In unserem nächsten Artikel geht es dann wie bereits beim letzen Versprochen, um die Kreislaufanlage der Fischzucht Rietschen. Bleiben Sie also wie immer neugierig, 

Ihr ArTour Team in Rietschen

Mittwoch, 15. Januar 2014

Die Begrünung nach dem Gewässerumbau

Liebe Blogleser, als erstes möchten wir Ihnen noch ein gesundes neues Jahr wünschen, bevor wir Ihnen unseren ersten Artikel im neuen Jahr vorstellen. Dabei handelt es sich um das Thema der Begrünung nach dem Gewässerumbau am Weißen und Schwarzen Schöps. Herr Jürgen Scheuermann von der iKD Ingenieur Consult GmbH in Dresden, welcher für die ökologische Baubegleitung verantwortlich ist, hat uns diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. Dafür  möchten wir uns recht herzlich bei Ihm bedanken.

Sobald die Bauarbeiten in einem Bauabschnitt beendet sind, beginnt die Begrünung.

Die Begrünung kann durch das Abwarten der sogenannten Sukzession, d.h. einem „Sich-Selbst-Überlassen“ der Flächen erfolgen. Durch Sameneintrag aus der Umgebung mit Hilfe von Wind, Wasser und Tieren siedeln sich Pflanzen selbstständig an. Das beginnt mit den Pionierpflanzen. Besonders an feuchten Stellen sind schnell Froschlöffel, Flatter-Binse, Zarte Binse und Zwiebel-Binse zu entdecken. Schon nach einem Jahr werden die Binsen sukzessive durch Seggen, Gräser, Schilf und andere Hochstauden ersetzt. In der Nähe von vorhandenen Schwarz-Erlen ist ein Erlen-Jungaufwuchs zu beobachten. Länger dauert eine Selbstbesiedelung auf den ausgesprochen trockenen Flächen. Dort sind teilweise nur Kiefer-Sämlinge anzutreffen.

Binsen als Erstbesiedler im Rahmen der Sukzession im Neubauabschnitt

Neben einer Begrünung zum Nulltarif hat die Sukzession den Vorteil, dass die wachsenden Pflanzen heimischen Ursprungs sind und sich selber ihren richtigen Standort suchen. Allerdings kann auf noch nicht begrünten, geneigten Flächen Erosion auftreten. Zu bedenken ist ebenfalls, dass das künftige Fließgewässer bei Hochwasser Erosionen an den Ufern verursachen kann, die im Bereich des Unterhaltungsweges und von Bebauungen nicht gewollt sind. Darüber hinaus können insbesondere in den Anfangsstadien der Sukzession auf die noch kahlen Stellen unerwünschte Neophyten konkurrenzlos einwandern, deren Bekämpfung dann sehr schwierig wird. Deshalb wird das neue Gewässer nach Ende der Baumaßnahmen vorwiegend aktiv begrünt.

Hierzu werden die Gewässerböschungen ab Mittelwasser-Niveau mit einer Gräser-Kräuter-Saatgutmischung angesät. Zur schnellen Begrünung von stark geneigten, erosionsgefährdeten Böschungen wird dem Saatgut auch teilweise sogenanntes Ammensaatgut beigemischt. Dabei handelt es sich um schnell keimende und wachsende Gräser-/Getreidearten wie Roggen-Trespe oder Triticale. Diese Pflanzen schaffen einen kurzfristigen Schutz der Böschungsoberfläche vor Erosion und Austrocknen. Die eigentlich gewollten Pflanzen können im Schutz der Ammenpflanzen heranwachsen. Auf Deichen werden zusätzlich Erosionsschutzmatten aufgenagelt.

Erosionsschutzmatten am Ostergraben in Werda

Der Gewässerlauf wird beginnend am Mittelwasser-Niveau mit Gehölzen der Weichholz-Aue (Schwarz-Erle, Weiden) bepflanzt. Ziel ist eine Beschattung des neuen Flusses. Auf den höher gelegenen Flächen, die ein Hochwasser nur selten oder nie erreicht, werden Gehölze der Hartholz-Aue (Ulmen, Stiel-Eiche, Eber-Esche, Haselnuss, Pfaffenhütchen, etc.) gepflanzt.

Pflanzung von Eichen auf die Böschung des Neuabschnittes

Bei den 2012 begrünten Abschnitten war 2013 eine ausgiebige Verdichtung des Bewuchses festzustellen. Invasive krautige Neophyten treten in den fertig gestellten Gewässerabschnitten noch nicht auf. Ihr Einwandern ist nach Inbetriebnahme des Gewässers jedoch zu erwarten. Umso wichtiger ist die schnelle Etablierung einer standortgerechten einheimischen Vegetation, was u.a, auch durch das Umsetzen von Röhricht-Soden erfolgt.

Umsetzung von Röhrichtpflanzen zur schnellen Besiedlung des neues Gewässerufers mit einheimischen Pflanzen

Als sehr günstig hat sich das Belassen einzelner Gehölzgruppen außerhalb des Mittelwasserprofils erwiesen. Von hier aus und aus den im Boden vorhandenen Samen erfolgt erkennbar eine zügige Wiederbesiedlung des umgestalteten Gewässers.

Röhricht-Matten an den feuchten Böschungen des Neubauabschnittes schützen vor Hangerosion

Im Neubauabschnitt, wo lange Böschungen der Erosion Angriffspunkte bieten und an Schichtgrenzen zum Teil starke Wasseraustritte zu verzeichnen waren, wurden angepasst an die jeweilige Situation Röhrricht-Vegetationsmatten eingebaut. Hier konnte ein schnelles Anwachsen beobachtet werden. Des Weiteren erfolgte eine gezielte Mahdgutübertragung, aber auch die Ausweisung von Sukzessionsflächen.

Die Begrünung erfolgt generell ausschließlich mit autochthonem Saat- und Pflanzgut.

Nach einem Jahr sind die Erlen bereits stark gewachsen und eine Grundbegrünung des Gewässers ist vorhanden

In unserem nächsten Artikel wird es um die neue Kreislaufanlage der Fischzucht-Rietschen gehen. Bleiben Sie wie immer neugierig! 

Ihr ArTour-Team in Rietschen